Mit Rollenlagern modernisiertes Weyer Drehgestell. Alle Abbildungen sind von der „Modell Kr. O. K.“ von Karsten.
Gedruckte Variante mit Deichsel und Aufnahmen für Kugellager. Spitzenlagerung mit 13,85 mm Achsen ist auch möglichManchmal werden 3 Kugellager eingesetzt um einen tiefen Schwerpunkt zu erhaltenVariante mit der Spitzenlagerung wie bei Großserienmodellen. Hier könnte man die Aufnahmegabeln für die Kugellager auch weglassen Die Kupplungsköpfe sind passend für Bemo H0e Kupplungsbügel, die man als Ersatzteil im 10er Pack kaufen kann Der Kr. o. K. Weyer GGw der mit diesen Drehgestellen ausgestattet istHier der Pufferwagen
Auch die Beiwagen laufen – wie im Original – auf diesen Drehgestellen
Hier einige 3d Druck Ergebnisse der H0e Weyer Drehgestell-Varianten
Mit SLA Verfahren (Resin) gedruckte Weyer Drehgestelle. Es sind hier noch Aufnahmen für Kugellager (1,5 x 4 x 2) vorhanden. Die Achsen können aber auch normal spitzengelagert eingesetzt werden, wie bei Großserienmodellen. Der 3d Druck liefert exakt reproduzierbare Ergebnisse.Variante mit Deichseln und mit Kupplungsköpfen „im Stil“ der Kr. O. K.
Viele Weyer Wagen waren Drehgestellwagen. Hier soll es um die Wagen mit kleinem Profil für die 750/785 mm Spur gehen. Diese Drehgestelle haben kleinere Abmessungen als die für die Meterspur. Die Drehgestelle unter den Güter- und Personenwagen sind sich relativ ähnlich – aber auch nicht 100% gleich. Es gab unterschiedliche Lager – anfangs Gleitlager – später bei der RSE auch Rollenlager, gebremste und ungebremste Ausführungen, senkrechte oder leicht schräge Seitenwangen. Radstand- und Durchmesser waren aber anscheinend jeweils gleich bei den kleinen Drehgestellen.
Diese Zeichnungen zeigt die Grundabmessungen für das H0e Drehgestell. Es können Industrie-Achsen, Spur N, der Firma Roco verwendet werden mit 5,6 mm Radscheiben und 13,85 mm Achslänge.
Durch eine Art Baukastensystem können die unterschiedlichsten Drehgestelle für die unterschiedlichen Wagentypen konfiguriert werden. Hier einige Beispiele:
Drehgestell des Personenwagens 970-812, der auf Rügen erhalten geblieben ist – mit schrägen WangenDrehgestell der Personenwagens 970-862 und 864 (Pollo) – ungebremstDrehgestell der Personenwagens 970-862 und 864 (Pollo) – gebremst (auf der Seite der Bühne mit dem Bremshebel). Der Wagen 864 ist im Prignitzer Kleinbahnmuseum in Lindenberg erhalten geblieben.Drehgestell der Personenwagen der Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE) in der Ursprungsausführung mit Gleitlagern. Leider ist – zumindest mit dieser Lager Bauart – keines erhalten geblieben.Drehgestell der Personenwagen der Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE) in modernisierter Ausführung mit Rollenlagern. Solche Drehgestelle wurden vor allem für Wagen verwendet, die nach dem Ende der Dampflok Ära noch als Triebwagen Beiwagen Verwendung fanden und unter 2 Wagen die als Beiwagen mit neuen, modernen Wagenkästen ausgestattet wurden. Diese Beiwagen sind bei der Jagsttalbahn erhalten geblieben.
Mit den Drehgestellen fing die Weyer-Story bei mir an. Im einer Facebook-Gruppe hatte ich gefragt, wie man Wagen in Spur G aus Holz am besten bauen kann. Es meldete sich Modellbau-Freund Holger, und der brachte auch gleich die Idee zu den Weyer Wagen mit.
Allerdings wurden Drehgestelle benötigt. Die gibt es aus Weißmetall bei Heyn zu kaufen für Modelle des Maßstabs 1:22,5 (Meterspur). Die haben ihren Preis und verschiedene Nachteile für unseren Einsatzzweck.
Daher beschloss ich, mich mit meinem noch jungen 3D-Drucker daran zu versuchen. Dabei sind robuste und vorbildgetreue Drehgestelle entstanden, die auch noch gut laufen.
Das Original ist ein Typ von Weyer-Drehgestell, das unter Wagen in JerichowI auf 75cm lief und das auch bei der Rhein-Sieg Bahn zum Einsatz kam. Achsabstand nur 1 Meter, Radumfang ca. 50cm. Umsetzung in 1/18 bei mir und 1/16 für Holger und seine IIIe Waggons.
Abbildung: Konstruktion Weyer Drehgestell für Spur G
Die Blenden halten die Radachsen in Kugellagern (mit Flansch, 3mm innen, 6mm außen) und sind durch originalgetreue 3D-gedruckte Querträger verbunden. An der Aufhängung in der Mitte ist eine Blende drehbar gelagert und sorgt für Ausgleich. Am Mittelteil ist eine Deichsel mit einer LGB-Kupplung befestigt, im Bild nicht sichtbar.
Der Zapfen ist eine 6mm Gewindeschraube, die in eine im Rahmen befestigten Stoppmutter geschraubt wird. So kann die Drehbarkeit stufenlos eingestellt werden. Zwischen Rahmen und Drehgestell befinden sich zwei 5cm Unterlegscheiben und eine Gummischeibe, die für Dämpfung sorgt.
Die Stückliste sieht aus wie folgt:
2x Drehgestellblende (3D Druck)
2x Querträger (3D Druck)
1x Mittelteil (3D Druck)
2x Radsatz Edelstahl 26mm von Heyn (nicht mehr lieferbar)
2x Unterlegscheibe 5cm
1x Gummischeibe 5cm, 4mm dick
1x Ergänzung Deichsel (3d-Druck) mit S-Kuplix Kupplung
Seht Euch das Ergebnis an, hier montiert an einem Packwagen der Rhein Sieg Eisenbahn im Maßstab 1/18:
An den Bildern sieht man auch die zentrale Herausforderung beim Design für Spur G: Die Gestelle müssten eigentlich im Rahmen versinken. Bei einem befahrbaren Radius R1 funktioniert das nicht. Ich habe verschiedene Optionen getestet: Breiterer Rahmen, Ausschnitte im Rahmen, oben abgeschnittene Drehgestellblenden. Aber entweder passt die Kupplung dann nicht, oder es hakt irgendwo.
Also fahre ich mit den sichtbaren Kröpfungen. Im Regal lassen sich die Zwischenstücke der Lagerung und die Deichsel entfernen – dann sieht es richtig nach Weyer aus. So setzt Holger es an seinen IIIe Wagen um.
Vielleicht ist dieser Umstand auch der Grund, warum die größeren Hersteller wie LGB bislang keinen Weyer-Wagen aufgelegt haben.
Bei mir auf der Außenanlage funktioniert die Konstruktion jedenfalls sehr gut. Fünf Wagen fahren bereits, Nummer sechs ist in Fertigstellung.