Hoher Fahrkomfort für Passagiere

Um den vorhandenen Raum bestmöglich zu nutzen und den Schwerpunkt der Wagen niedrig zu halten, verfügten die vierachsigen Weyer Wagen über eine besondere Drehgestellkonstruktion. Die Drehgestelle wanderten durch gekröpfte Träger weit in den Rahmen. Unten liegende Blattfedern halfen dabei und ermöglichten eine doppelte Federung – an den Achsen und an der Wiege. Das war in diesen Jahren keine Selbstverständlichkeit. So stießen die Radkränze fast an den Wagenboden. Die vierachsige Bauweise hatte noch den Vorteil, dass die Achslast verteilt wurde und sorgte zusätzlich für Komfort, weil die Unebenheiten weniger direkt übertragen wurden.

Auch die zweiachsigen Personenwagen lagen im Vergleich tief: Bei manchen Linien mussten im Innenraum blecherne Radkästen angebracht werden, weil die Räder in den Fahrgastraum ragten.

Natürlich bestätigt die Ausnahme der Regel: Wenn die Puffer-und Kupplungshöhe anderer Wagen und Lokomotiven höher war bei einigen Bahnlinien, kamen auch Drehgestelle ohne Kröpfung zum Einsatz.

Ein weiterer Vorteil dieser niedrigen Konstruktion: Der Zustieg erfolgte oft gar nicht von einem Bahnsteig, sondern von der Straße oder dem angrenzenden Weg aus. Um die Personenwagen zu steigen, waren daher keine besonderen Höhen zu überwinden.

Kurios: Auch viele vierachsige Güterwagen auf Meterspur wurden von Weyer mit den hochwertigen Drehgestellkonstruktionen geliefert.

Je nach Ausführung und Spur lag der Achsabstand zwischen einem Meter (z.B. 75cm Spur für Schlawen/später JerichowI) und 1,3 Metern.