Weyer Wagen Modelle (2) in Spur H0e (1:87)

Mit Rollenlagern modernisiertes Weyer Drehgestell. Alle Abbildungen sind von der „Modell Kr. O. K.“ von Karsten.

Gedruckte Variante mit Deichsel und Aufnahmen für Kugellager. Spitzenlagerung mit 13,85 mm Achsen ist auch möglich
Manchmal werden 3 Kugellager eingesetzt um einen tiefen Schwerpunkt zu erhalten
Variante mit der Spitzenlagerung wie bei Großserienmodellen. Hier könnte man die Aufnahmegabeln für die Kugellager auch weglassen
Die Kupplungsköpfe sind passend für Bemo H0e Kupplungsbügel, die man als Ersatzteil im 10er Pack kaufen kann
Der Kr. o. K. Weyer GGw der mit diesen Drehgestellen ausgestattet ist
Hier der Pufferwagen

Auch die Beiwagen laufen – wie im Original – auf diesen Drehgestellen

Weyer Wagen Modelle in Spur H0e (1:87)

3d Drucke von Weyer Wagen der RSE (Rhein Sieg Eisenbahn)

Erste Druckversuche von Karsten
3d Druck durch einen professionellen Provider – leider hab ich beim Entfernen der Stützen schon einen Tritt gelyncht! (siehe oben, linke Plattform). Es ist „Awweit ferrn krange Aff“ – wie man hier zu sagen pflegt. Eine falsche Bewegung und der Rohling ist für die Tonne!
Wagenkästen bekommt man noch ganz gut vom Stützskelett befreit
Das Problem sind die vielen Details am Fahrgestell – wie hier die Bremse. Und wenn man fertig ist, findet man die konstruktiven Fehler im Detail: Das runde soll eigentlich kein rundes Ofenrohr sein (dafür wäre es viel zu dick) sondern ein im Original geschlitztes Schutzblech um das eigentliche Ofenrohr – damit sich daran niemand verbrennt. Diese Blech ist aber sehr wahrscheinlich halbrund gewesen – mit Öffnung zur Seitenwand hin.
Viele „Warzen“ sind dann noch unten abzuschleifen, wo die Stützen waren. Hier sieht man auch deutlich die Schraffur vom Druckvorgang, die auch bei SLA/Resin nicht ganz zu vermeiden ist. Hier kann man schleifen oder mit Grundierung arbeiten – was dann aber auch wieder schädlich für die Details wie die Abdeckleisten wäre. Da muss man Kompromisse eingehen
Ein Weyer Zug auf Karstens Kr. O. K. Modellbahnanlage. Der ganz rechte ist von Schlosser. Daneben – hier leicht vergrößerte Exemplare des RSE 3d Druckmodells. Die sehr winzigen RSE Wagen wurden hier etwas vergrößert, so dass sie zum größeren Lichtraumprofil der Kr. O. K. passen. Ein Kompromiss
Hier stehen im Vordergrund zwei Weyer Güterwagen. Rechts ein Wagen mit geschlossenem Bremserhaus und links ein daraus abgeleiteter Pufferwagen (Zwischenwagen für den Transport aufgebockter Normalspurwagen)
3d Druck des Spessartbahn BCi. Hier vom Provider Shapeways – sehr gutes Druckergebnis mit dem Material „Fine Detail Plastic“ – aber viel zu teuer!!! Man muss davon ausgehen, dass es beim ersten Mal nichts wird usw. Das war nicht die Lösung sondern nur ein erster Versuch überhaupt mal was digitales in die reale Welt zu beamen. Die Kleinteile hängen in dem Rahmen unter dem Wagen – in verschiedenen Ausführungen für verschiedene Versuche
Probemontage! Leider fiel mir das Unterteil runter und Teile brachen ab, die ich dann auch nicht mehr wieder fand. Blöd gelaufen! Nix für Leute mit Wurstfingern …
Die feinen Gitter sind eigentlich immer noch viel zu Grob! Aber das sind halt die Kompromisse. Sie müssten in Wahrheit 0,15 bis 0,2 mm stark sein – das wäre nicht mehr zu handeln. Die Mindeststärke bei Shapeways ist hier 0,6 mm.
So klein wäre eine maßstabsgetreue Balancier Kupplung in Spur H0! Man vergleiche dies mit einer H0e Standardkupplung – das ist ein sehr grober Klotz dagegen. Daher wären solche Teile wohl eher etwas für reine Vitrinenmodelle.

Versuch der 3d Rekonstruktion BCi der Erstausstattung der Spessartbahn

Die Spessartbahn (900mm) war die einzige Schmalspurbahn der Gelnhäuser Kreisbahnen. Sie führte vom Spurwechselbahnhof Gelnhausen zunächst im Kinzigtal bis Wirtheim (Biebergemünd). Von dort ging es durch den Biebergrund bis Bieber (Betriebsmittelpunkt) weiter durch das Schwarzbachtal über Lochmühle (Ausflugslokal) bis zur Endstation Lochborn (Erzverladung).

Nach ihrer Umgestaltung von einer reinen Grubenbahn (schweren Feldbahn) mit Holzkastenkippern in eine echte Kleinbahn mit Güter- und Personenbeförderung (ab 1896) wurden ausschließlich neue 2-achsige Wagen der Firma Weyer eingesetzt – Personenwagen, Post/Packwagen und Güterwagen.

Trotz der relativ „breiten“ Schmalspur, wurden Wagen mit schmalem Profil verwendet, welches sonst eher auf den 750 mm Bahnen üblich war. So waren die Personenwagen nur 1900 mm breit und besaßen Längsbänke.

Es soll nun der Versuch gemacht werden diese sehr formschönen Weyer Wagen der kleinsten Wagenfamilie zu rekonstruieren. Ausgangspunkt ist zunächst nur ein erhaltenes Werkfotos des ersten BCi der ersten Lieferserie (3 Stück) von 1895:

Leider sind von diesem Fahrzeug keinerlei Zeichnungen und Maße erhalten geblieben. Daher muss man sich auf das Schätzen und das Suchen nach verwandten, ähnlichen Fahrzeugen beschränken um plausible Maße zu ermitteln. Im Gegensatz zum Beitrag weiter unten gesagten, hatten zumindest diese Weyer Wagen einfache Übergänge, die nur mit Ketten gesichert waren. Auf dem Bild ist jedenfalls das hochgeklappte Übergangsblech auf der Bühne deutlich erkennbar. Das kleine Fenster – links oberhalb vom Mann mit Hut – ist ein Laternenfenster. Dahinter war eine größere Petroleumlampe, die sowohl den Innenraum als auch die Plattform beleuchtete. Über jedem dieser Fenster ein kleiner Lampenkamin. Eine dritte solche Laterne war in der Mitte des Wagens, an der Trennwand zur 2. Klasse – derjenige, der auf dem Werksfoto am besten zu erkennen ist, da er hier vor dem Oberlicht steht. Ein weiteres Detail, ist das X-förmige Plattformgeländer. Neben der Spessartbahn ist es in ähnlicher Form bei den Weyer Wagen der Kr. O. K. vorhanden gewesen. Diese hatten ein breiteres Profil und keine Übergänge. Daher gab es dort 3 von den X Verstrebungen pro Plattform.

Die erfolgte 1:1 Rekonstruktion erfolgte in Zusammenarbeit mit M.C. Weibezahn, die sehr viel Material und Wissen über die Spessartbahn und ihre Fahrzeuge gesammelt hat.

Folgende, teilweise noch existierende Fahrzeuge wurden ermittelt, die ähnliche Konstruktionsmerkmale aufweisen:

Personenwagen 970-812 (4-Achser, CCi), aktuell auf der Rügenschen Bäder Bahn (RBB): Profil des Wagenkastens, Grobform des Daches, einige Details des Innenraums.

Personenwagen der KJI, Nummern 2,3,5: Diese Wagen waren 2-Achser wie der Spessartbahnwagen. Die Hauptabmessungen dieser Wagen (Rahmen, Kasten) wurden im Wesentlichen übernommen. Längenmaße, Fenstermaße, Breite des Kastens sollten übereinstimmen. Nur die Form des Daches ist hier anders (Tonnendach). Glücklicherweise existieren sogar noch Zeichnungen die für Wagenkasten und Rahmenrekonstruktion und sogar für die Bänke in 2. und 3. Klasse sehr hilfreich waren! Abbildungen dieser Wagen finden sich auf der Webseite des Traditionsverein Kleinbahn des Kreises Jerichow I e.V.:
Wagen KJI Nr 5 – historische Aufnahme:
https://www.kj-1.de/wp-content/uploads/2013/04/971-305.jpg
Wagen KJI Nr 3 – Im Museum Gramzow erhaltener Wagenkasten:
https://www.kj-1.de/wp-content/uploads/2013/04/971-302.jpg
Wagen KJI N3 2 – erhaltener Rahmen, Kasten abgebrochen:
https://www.kj-1.de/wp-content/uploads/2013/04/971-304-1.jpg

Insbesondere die historische Aufnahme von Nr 5 zeigt die enge Verwandschaft zum Spessartbahnwagen. Augenfällige Unterschiede sind wie schon erwähnt, die Dachform sowie die Bühnengeländer. Im nicht sichtbaren Bereich ist es die Radaufhängung die völlig unterschiedlich gelöst ist. Bei den KJI Wagen befindet sich im Rahmen eine Hilfskonstruktion. Beim Spessartbahn Wagen ist die Radaufhängung auf die gängige Weise am Hauptrahmen befestigt. Grund hierfür mag die breitere Spur gewesen sein.

Mit allen nun ermittelten Details und mithilfe möglichst vieler aussagekräftiger Original Fotos wurde der Wagen nun Detail für Detail versucht 1:1 zu rekonstruieren. Die 3d Modell Konstruktion mit an den Maßstab 1:87 angepassten Maßen und Kompromissen erfolgte erst in einem sehr viel späteren Schritt!

Details der Rekonstruktion

Die typische Balancier Kupplung mit Evolutfeder – wobei: Auch hier gab es Unterschiede in der Ausfühung! Bei anderen Bahnen ist sie oft um 180° gedreht (unten und oben vertauscht). Die Lage der Feder ist auch bei manchen Ausführungen um 180° in Längsrichtung gedreht und die Länge der Kupplung variiert ebenfalls.
Rekonstruktion des Rahmens – auf das Fachwerk im Innern wurde zunächst verzichtet, weil es nicht sichtbar ist (bei der späteren H0e Modell Version ist es vorhanden).
Detail – die Befestigung des Trittbretts
Die Bühne – hier die Seite mit Bremse
Sitzbank 3. Klasse – von KJI abgeleitet
2. Klasse Abteil
3. Klasse Abteil
Vergleiche mit dem Werksfoto (oben)!
Der fertige Wagen. Die Oberlicht Öffnungen wurden von mir zunächst als gelochte Bretter dargestellt. In Wahrheit ist es ein Gitter aus schmalen Leisten, was auch bei anderen Weyer Wagen zu finden war.

Hier das rekonstruierte Gitter mit einem angenommen 15 mm Raster

Man beachte auch das elegante Detail der abgerundeten Ecken, die beim Ansatz der Dachkonsole in einen quadratischen Querschnitt übergehen. Bei den Weyerwagen der RSE war dieses Detail ähnlich ausgeführt – mit dem Unterschied, dass auch ganz unten wieder der Übergang zu einem quadratischen Querschnitt vorhanden war. Dieses Detail wird sehr häufig übersehen.

H0e Drehgestelle – 3d Druck Ergebnisse

Hier einige 3d Druck Ergebnisse der H0e Weyer Drehgestell-Varianten

Mit SLA Verfahren (Resin) gedruckte Weyer Drehgestelle. Es sind hier noch Aufnahmen für Kugellager (1,5 x 4 x 2) vorhanden. Die Achsen können aber auch normal spitzengelagert eingesetzt werden, wie bei Großserienmodellen. Der 3d Druck liefert exakt reproduzierbare Ergebnisse.
Variante mit Deichseln und mit Kupplungsköpfen „im Stil“ der Kr. O. K.

Drehgestelle für die Spur H0e

Viele Weyer Wagen waren Drehgestellwagen. Hier soll es um die Wagen mit kleinem Profil für die 750/785 mm Spur gehen. Diese Drehgestelle haben kleinere Abmessungen als die für die Meterspur. Die Drehgestelle unter den Güter- und Personenwagen sind sich relativ ähnlich – aber auch nicht 100% gleich. Es gab unterschiedliche Lager – anfangs Gleitlager – später bei der RSE auch Rollenlager, gebremste und ungebremste Ausführungen, senkrechte oder leicht schräge Seitenwangen. Radstand- und Durchmesser waren aber anscheinend jeweils gleich bei den kleinen Drehgestellen.

Diese Zeichnungen zeigt die Grundabmessungen für das H0e Drehgestell. Es können Industrie-Achsen, Spur N, der Firma Roco verwendet werden mit 5,6 mm Radscheiben und 13,85 mm Achslänge.

Durch eine Art Baukastensystem können die unterschiedlichsten Drehgestelle für die unterschiedlichen Wagentypen konfiguriert werden.
Hier einige Beispiele:


Drehgestell des Personenwagens 970-812, der auf Rügen erhalten geblieben ist – mit schrägen Wangen
Drehgestell der Personenwagens 970-862 und 864 (Pollo) – ungebremst
Drehgestell der Personenwagens 970-862 und 864 (Pollo) – gebremst (auf der Seite der Bühne mit dem Bremshebel). Der Wagen 864 ist im Prignitzer Kleinbahnmuseum in Lindenberg erhalten geblieben.
Drehgestell der Personenwagen der Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE) in der Ursprungsausführung mit Gleitlagern. Leider ist – zumindest mit dieser Lager Bauart – keines erhalten geblieben.
Drehgestell der Personenwagen der Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE) in modernisierter Ausführung mit Rollenlagern. Solche Drehgestelle wurden vor allem für Wagen verwendet, die nach dem Ende der Dampflok Ära noch als Triebwagen Beiwagen Verwendung fanden und unter 2 Wagen die als Beiwagen mit neuen, modernen Wagenkästen ausgestattet wurden. Diese Beiwagen sind bei der Jagsttalbahn erhalten geblieben.